Plastische Chirurgie: Mehr als Schönheitschirurgie

Fachgebiet basiert auf vier Säulen

Plastische Chirurgie: Mehr als Schönheitschirurgie

Wer an die Plastische Chirurgie denkt, denkt in vielen Fällen an Schönheitschirurgie. Doch das Fachgebiet ist wesentlich breiter. Lesen Sie hier mehr zu dem weiten Feld der plastischen Chirurgie, das bei uns in der Klinik in der Hand von Prof. Dr. Dr. Lukas Prantl und seinem Team liegt.

Rekonstruktive Chirurgie / Wiederherstellungschirurgie

Die Rekonstruktive Chirurgie wird notwendig, wenn Form und Funktion des Körpers wiederhergestellt (rekonstruiert) werden müssen. In der Regel ist dies nach einem Unfall, einer Krebsoperation oder bei angeborenen Fehlbildungen der Fall. Plastisch-rekonstruktive Chirurgen korrigieren Haut und Weichteile, Muskeln, Sehnen und periphere Nerven sowie Knochen und Knorpel. Sie stellen Funktionen an den Gliedmaßen wieder her, ebenso wie die Mimik im Gesicht.

Auch abgetrennte Gliedmaßen können wieder erfolgreich angenäht werden, etwa nach Unfällen oder Krebserkrankungen. Mit Hilfe des Mikroskops und extrem kleinen Instrumenten kann der Chirurg sogar einzelne Nervenfasern wieder reparieren. Gerissene Nervenstränge lassen sich auch noch lange Zeit nach einem Unfall wieder zusammennähen und können sich dann langsam nachbilden. So können selbst Lähmungen und Sensibilitätsverluste oft mikrochirurgisch oder mit so genannten Ersatzoperationen noch erfolgreich therapiert werden.

Rekonstruktion der Brust

Zum rekonstruktiven Einsatzgebiet gehört außerdem die Entfernung von Blutschwämmen sowie von gutartigen und bösartigen Haut- oder Weichteiltumoren. Seltener sind Geschlechtsumwandlungen bei Transsexuellen, die aber für den plastisch-rekonstruktiven Chirurgen eine besondere Herausforderung darstellen. Einer der häufigsten und mittlerweile standardisierten Eingriffe ist zum Beispiel die Brustrekonstruktion mit eigenem Gewebe nach einer Brustkrebsoperation.

  


 

Handchirurgie

Die Hand stellt flächenmäßig zwar nur einen relativ kleinen Teil unseres Körpers dar; sie birgt jedoch eine Vielzahl hochentwickelter Funktionen, die dem Menschen unvergleichliche handwerkliche, gestalterische, künstlerische und emotionale Möglichkeiten „an die Hand“ gibt.

Diese Funktionalität wird durch ein hervorragendes Zusammenspiel der anatomischen Strukturen wie Knochen und Gelenken, Muskeln und Sehnen, Nerven und Blutgefäßen unterstützt. Diese Zusammensetzung macht die Hand zu einem äußerst komplizierten Organ. Die Hände agieren zumeist ungeschützt. Ähnlich wie das Gesicht sind sie nur in wenigen Ausnahmesituationen bekleidet, z.B. wenn wir im Winter Handschuhe tragen. Von Bedeutung ist außerdem die Lokalisation der Hände am Ende der Arme, wodurch besondere Mobilität, Distanz vom übrigen Körper und frühzeitiges Erkennen und Abwehren bestimmter Gefahren ermöglicht wird. Gleichzeitig ist die Hand aber auch stark exponiert und besonders verletzlich.

Die Handchirurgie als Spezialfach

Das Vorhandensein so vieler unterschiedlicher, aber für die Gebrauchsfähigkeit der Hand gleichwertiger anatomischer Strukturen setzt für eine erfolgreiche Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen umfangreiche Kenntnisse des Arztes voraus.

Er muß in der Lage sein, Veränderungen des Knochens, der kleinen Muskeln, der Sehnen, Nerven und Gefäße durch eine entsprechend breit gefächerte Ausbildung gleichermaßen gut behandeln zu können. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Handchirurgie aus der Allgemeinchirurgie, Plastischen Chirurgie und Orthopädie heraus durch Subspezialisierung zu einem Spezialfach, welches mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Zusammenhang mit den genannten chirurgischen Gebieten betrieben wird.

 Die Rolle der Plastischen Chirurgie

Die Verbindung zwischen der Plastischen Chirurgie und der Handchirurgie ist maßgeblich in der Operationstechnik, d.h. dem gewebeschonenden Vorgehen, der sogenannten atraumatischen Operationstechnik zu sehen. Dieser Gesichtspunkt spielt wegen der dicht beinanderliegenden Feinstrukturen, wie Sehnen, Nerven und Blutgefäße eine wesentlich stärkere Rolle als im Bereich anderer Körperregionen. Die Plastische Chirurgie spielt im Bereich der Hand eine wichtige Rolle bezüglich der Planung korrekter Hautschnitte sowie den vielfachen Möglichkeiten des Gewebeersatzes, z.B. durch Hautlappenbildung oder Transplantation.

Der Einsatz mikrochirurgischer Techniken, wie sie ebenfalls in der Plastischen Chirurgie verwendet werden, ermöglicht die Rekonstruktion von feinsten Nerven und Gefäßen, die Replantationen mit Wiederannähen abgetrennter Finger sowie den Fingerersatz durch Zehentransfer.

Das Aufgabengebiet der Handchirurgie erstreckt sich im Weichteilbereich auf den gesamten Arm, da hier die Muskeln und Sehnen, Nerven und Blutgefäße verlaufen, welche zur Hand führen.

 


 

Verbrennungschirurgie

Die Verbrennungschirurgie befasst sich mit dem größten und empfindlichsten Organ des Menschen – der Haut. Wird sie verbrüht, verbrannt, verätzt, durch Strom oder Blitzschlag verletzt, beginnt ein schmerzhafter und langwieriger Heilungsprozess. Während eine leichte (erstgradige oder oberflächlich zweitgradige) Verbrennung von selbst verheilt, erfordern schwerere Verbrennungen (tief zweitgradig und drittgradig) plastisch-chirurgische Hilfe. Meist hat es der Verbrennungschirurg mit Notfällen zu tun. Im Vordergrund steht dabei die Kreislaufstabilisierung, die Versorgung mit Schmerzmitteln und der Schutz vor Unterkühlung. Weiterhin muss der Chirurg eine Verkeimung der großflächigen Wunden verhindern und, wenn nötig, eine Hauttransplantation vornehmen. Neben der Wiederherstellung der Bewegungsfunktionen, etwa bei einer verbrannten und vernarbten Armbeuge/Ellenbeuge oder bei bewegungseingeschränkten Fingern oder Händen, kümmert sich die Verbrennungschirurgie auch um die ästhetische Behandlung. Entstellende Narben oder Brandmale werden dabei an sichtbaren, von der Kleidung nicht zu verbergenden Körperstellen beseitigt.

  


 

Ästhetische Chirurgie

Der Blick in den Spiegel ist für viele Menschen ein Blick auf ihr Selbstbewusstsein, auf ihre Akzeptanz im Freundeskreis, auf ihren Erfolg am Arbeitsplatz. Auffällige Höckernasen, Reiterhosen, Hautschädigungen oder Fettpolster sind Grund genug, um sich in seiner Haut nicht wohl zu fühlen. Wer einen ästhetisch-plastischen Chirurgen aufsucht, ist in der Regel nicht krank, sondern unzufrieden mit seinem Aussehen. Diese Unzufriedenheit kann jedoch in mangelndes Selbstvertrauen, Minderwertigkeitsgefühle und depressive Stimmungsbilder mit Schwierigkeiten der Alltagsbewältigung umschlagen. Moderne Operationsmethoden erlauben heute Korrekturen an fast jedem Körperteil. Die häufigsten Eingriffe werden aber nach wie vor an Brust, Ohr und Nase vorgenommen.

Vor dem Eingriff – die Beratung

Bedingt durch die Fülle der operativen Möglichkeiten ist die Beratung des Patienten heute eine Kernaufgabe des ästhetisch-plastischen Chirurgen. Da prinzipiell jeder Eingriff Risiken mit sich bringt, muss der Patient genau über die Erfolgsaussichten und möglichen Komplikationen aufgeklärt werden. Nur wenn der Patient mit realistischen Erwartungen in den OP-Saal geht, kann der Eingriff zu einem besseren Körpergefühl führen.

 

Ziel ästhetisch-plastischer Operationen ist eine Harmonisierung der äußeren Erscheinung. Die Korrektur abstehender Ohren, zu großer Brüste oder tiefer Falten steht im Vordergrund. Seriöse Chirurgen lehnen den Wunsch nach reinen Lifestyle-Operationen wie „Katzenaugen“, Prominenten-Nasen oder grotesk großen Brüsten ab. Ästhetisch-plastische Eingriffe werden heute nach Möglichkeit minimalinvasiv, mit kleinen oder wenig sichtbaren Narben vorgenommen. Die Kosten einer ästhetisch-plastischen Operation werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. An möglichen Folgekosten im Falle medizinischer Komplikationen kann die Krankenversicherung den Patienten finanziell beteiligen.


Vielen Dank an die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie (DGPRÄC), die uns erlaubt hat, ihre Texte zu nutzen (dgpraec.de)!